Glossar der Videobearbeitung
Seitenverhältnis ist das Verhältnis zwischen Breite und Höhe des Bildes. Alte Röhrenfernseher verwenden zum Beispiel 4:3, moderne Breitbildfernseher und Monitore 16:9. Videos für Smartphones und soziale Netzwerke sind oft hochkant (9:16) oder fast quadratisch (4:5, 1:1). In Bolide Movie Creator wählen Sie Größe und Seitenverhältnis des fertigen Videos mit der Schaltfläche „Endgültige Videodateiauflösung“ in der Werkzeugleiste der Timeline: Dort gibt es fertige Größen für 16:9, 4:3, 9:16, 4:5 und 1:1 sowie „Spezial ...“ für jede andere Größe. Siehe Videoauflösung und Bildrate des Projekts.
Bitrate ist die Datenmenge, mit der eine Sekunde Video (oder Audio) gespeichert wird. Je höher die Bitrate, desto besser die Bildqualität und desto größer die Datei. Siehe auch Kompression.
Block (Clip) ist ein Stück Video, ein Foto, eine Audiodatei, ein Text usw., das auf der Timeline liegt. Blöcke können Sie verschieben, kürzen, teilen, kopieren und löschen sowie mit Effekten versehen (siehe Videoeffekte).
Chroma Key („Greenscreen“) ist ein Effekt, der eine Farbe des Bildes transparent macht, sodass das Bild der Spur darunter durchscheint. In Bolide Movie Creator ist das der Effekt „Chroma Key“.
Codec ist das Verfahren, mit dem das Video in einer Datei komprimiert wird. Dasselbe Format kann verschiedene Codecs verwenden: Eine MP4-Datei kann zum Beispiel Video in H.264 oder im platzsparenderen H.265 (HEVC) enthalten.
Kompression beschreibt, wie dicht das Bild in einer Videodatei gepackt ist. Je stärker die Kompression (je niedriger die Bitrate), desto kleiner die Datei, aber desto geringer ihre Qualität. Schwächere Kompression ergibt bessere Qualität und eine größere Datei. In Bolide Movie Creator stellen Sie dieses Gleichgewicht mit dem Schieberegler „Kleinere Datei“ – „Größere Datei“ im Fenster „In Videodatei speichern“ ein.
Blenden (Ein- und Ausblenden) sind Übergänge, bei denen eine Szene allmählich sichtbar wird oder verschwindet. Für das Ausblenden von Bildern gibt es viele kreative Möglichkeiten. Auch beim Bearbeiten von Ton spielen Blenden eine wichtige Rolle. Stellen Sie sich Ihr Lieblingslied vor: Es geht zu Ende, und die Lautstärke nimmt langsam ab, bis nichts mehr zu hören ist. Genau das ist eine Blende!
Formate: Digitale Videodateien lassen sich in vielen Formaten speichern. Alle Videoformate erfüllen denselben Zweck (Videodaten speichern), unterscheiden sich aber im Detail: Sie unterstützen verschiedene Codecs, Auflösungen, Kompressionsstufen und so weiter. Bolide Movie Creator kann Ihren Film als MP4 (H.264 oder H.265), MKV, AVI, WMV oder als animiertes GIF speichern. Wenn Sie unsicher sind, wählen Sie MP4: Es lässt sich fast überall abspielen.
FPS ist die Abkürzung für „frames per second“, also Bilder pro Sekunde (Bildrate). Hat ein Video zum Beispiel 30 fps, werden in jeder Sekunde 30 Bilder gezeigt. Je höher der fps-Wert, desto flüssiger wirken Bewegungen. Zusammen mit Auflösung und Kompression beeinflusst die Bildrate stark, wie Ihr Video aussieht. Standardmäßig erstellt Bolide Movie Creator Videos mit 30 fps; die Bildrate ändern Sie über „Endgültige Videodateiauflösung“ – „Spezial ...“ (siehe Videoauflösung und Bildrate des Projekts).
Standbild (Freeze Frame) ist ein Effekt, der das Bild für einige Sekunden auf einem Frame anhält, während das Video davor und danach normal läuft. In Bolide Movie Creator klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen Videoblock und wählen „Bild einfrieren“. Siehe Bild einfrieren.
Hardwarebeschleunigung (GPU) bedeutet, dass nicht nur der Prozessor, sondern auch die Grafikkarte das fertige Video kodiert. Das macht das Rendern deutlich schneller. In Bolide Movie Creator ist das die Option „GPU-Beschleunigung“ im Fenster „In Videodatei speichern“.
Schlüsselpunkt ist ein Punkt auf der Lautstärkelinie eines Blocks. Indem Sie Schlüsselpunkte hinzufügen und nach oben oder unten ziehen, machen Sie den Ton an bestimmten Stellen lauter oder leiser. Siehe Audiolevel Ihres Videos einstellen.
Knockouts (Aussparungen) sind Teile eines Bildes, die entfernt wurden, damit ein anderes Bild darunter sichtbar wird (oder um eine leere Stelle im Bild zu erzeugen).
Deckkraft gibt an, wie undurchsichtig ein Bild ist. Bei 100 % Deckkraft ist ein Videobild vollständig deckend, bei 0 % ist es völlig unsichtbar. Deckkraft hängt oft mit Blenden, Übergängen und anderen visuellen Effekten zusammen, bei denen Bilder überlagert werden oder allmählich ein- und ausgeblendet werden.
Pan & Zoom (Schwenken und Zoomen) ist eine sanfte „Kamerafahrt“ über ein Foto: Der Bildausschnitt gleitet über das Bild und/oder zoomt hinein und heraus. So werden Fotos in einer Diashow lebendig. Siehe Pan-and-Zoom-Effekt für Fotos.
Pixel: Digitale Bilder bestehen aus Tausenden winziger farbiger Punkte, den Pixeln. Je mehr Pixel ein Bild hat, desto höher ist seine Qualität und desto leichter lassen sich Farbe, Helligkeit und andere visuelle Eigenschaften ändern.
Vorschaufenster: Es befindet sich oben rechts im Video-Editor. Hier sehen Sie Änderungen an Ihrem Film in Echtzeit. Sie haben gerade einen neuen Effekt oder Übergang hinzugefügt und sind nicht sicher, ob er passt? Setzen Sie den Cursor in die Nähe des neuen Elements auf der Timeline und klicken Sie unter dem Vorschaufenster auf die Wiedergabe-Schaltfläche, um sich das Ergebnis anzusehen! Hinweis: Wirkt das Bild im Vorschaufenster bei der Wiedergabe weniger scharf als erwartet, ist das kein Grund zur Sorge. Die Vorschau ist auf flüssige Wiedergabe während der Arbeit ausgelegt; das fertige Video wird in voller Qualität erstellt.
Postproduktion umfasst alles, was nach dem Filmen beginnt, also die gesamte Bearbeitung. Clips zusammenfügen, Hintergrundmusik hinzufügen, Titel erstellen... all das (und mehr) gehört zur Postproduktion. Sie werden merken, dass man viel Zeit in die Postproduktion stecken kann, bis das Video genau richtig ist. Wie bei jeder Tätigkeit kann Videobearbeitung so einfach oder so aufwendig sein, wie Sie möchten.
Rendern nennt man den Vorgang, bei dem ein Videoprojekt – alle Teile, Clips und Songs, Texte und Übergänge, also alles auf der Timeline – zu einer einzigen Videodatei zusammengefügt wird. Rendern ist wohl der Arbeitsschritt, der dem Computer bei der Videobearbeitung am meisten abverlangt. Je schneller Prozessor und Grafikkarte Ihres Computers sind, desto schneller sind Ihre fertigen Projekte gerendert; schalten Sie die GPU-Beschleunigung ein, um das Rendern zu beschleunigen.
Auflösung: Die Videoauflösung gibt an, aus wie vielen Pixeln das Bild besteht. Je höher die Auflösung, desto mehr Pixel enthält ein Bild. Hohe Auflösungen wie 1920x1080 liefern ein viel klareres Bild als etwa 320x240. Die Auflösung hängt direkt von der Kamera ab, mit der das Video aufgenommen wurde. Ein Beispiel: Wurde ein Video in 320x240 aufgenommen, lässt es sich später nicht in echte 1280x720 verwandeln. In die andere Richtung ist das dagegen kein Problem: Ein Video in 1920x1080 lässt sich problemlos auf 1280x720 verkleinern. Je mehr Pixel Ihr Video von Anfang an hat, desto mehr kann es später verlieren. Die Auflösung Ihres Films legen Sie in den Projekteinstellungen fest, siehe Videoauflösung und Bildrate des Projekts.
Rückwärtswiedergabe (Reverse) bedeutet, dass ein Video rückwärts abgespielt wird. In Bolide Movie Creator ist das der Befehl „Video umkehren“: Das Programm erstellt eine rückwärts laufende Kopie des Clips. Siehe Video umkehren.
Stabilisierung entfernt aus einem Video das Wackeln einer Kamera, die aus der Hand geführt wurde. Siehe Videostabilisierung.
Überlagern bedeutet, mehrere visuelle Elemente so übereinanderzulegen, dass beide gleichzeitig zu sehen sind. Meist wird dazu die Deckkraft eines der Bilder verringert, damit es teilweise „durchsichtig“ wird. So sieht Ihr Publikum unten ein kräftiges Bild mit 100 % und darüber ein blasseres mit zum Beispiel 50 %. Probieren Sie verschiedene Werte der Deckkraft aus, um den besten Look für Ihr Videoprojekt zu finden.
Timeline (Zeitleiste): Beim Videoschnitt entsteht ein Film, indem Sie Mediendateien Stück für Stück auf der Timeline anordnen. Sie heißt so, weil ein Video – wie das Leben – Minute für Minute voranschreitet. Klicken Sie während der Arbeit ab und zu auf Wiedergabe und sehen Sie sich Ihr Video im Vorschaufenster an. Je mehr Übung Sie im Erzählen mit Video bekommen, desto mehr Clips werden Ihre Timelines enthalten!
Spuren sind die Ebenen, die Sie übereinander auf der Timeline sehen. Je mehr Bestandteile ein Video hat, desto komplexer wird es. Mit mehreren Spuren halten Sie verschiedene Medienarten beim Erstellen Ihres Films leicht auseinander. Sie können zum Beispiel alle Videos auf eine Spur legen, den Ton auf eine zweite und die Texte auf eine dritte. In Bolide Movie Creator werden obere Spuren über den unteren angezeigt.
Übergänge sind verschiedene Effekte, die weich von einer Szene zur nächsten, von einem Clip zum anderen überleiten. Sowohl Audio- als auch Videoclips profitieren von gut gesetzten Übergängen: Sie geben dem Publikum einen Moment zum „Durchatmen“, bevor die nächste Szene beginnt. Klassische Übergänge sind oft nicht viel mehr als Transparenz oder eine Blende.
Transparenz lässt durch ein Bild hindurch sehen, was darunter liegt. In Bolide Movie Creator klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen Video- oder Fotoblock und wählen „Transparenz“: Die Werte von 0.1 bis 0.9 geben an, wie viel vom Bild sichtbar bleibt (0.1 ist fast unsichtbar), und „Vollständig undurchsichtig“ stellt das normale Bild wieder her. Transparenz ist eng mit Übergängen, Blenden und dem Begriff der Deckkraft verbunden. Siehe auch Ändern der Videotransparenz.
Virtueller Bildschirm ist eine Möglichkeit, mit Hilfe einer Vorlage mehrere Videos oder Fotos gleichzeitig in einem Bild zu zeigen, zum Beispiel nebeneinander oder als Bild-im-Bild. Siehe Vorlage für den virtuellen Bildschirm erstellen.
Zurück zum Videobearbeitungsleitfaden.